Wenn Sie im Sommer oder Herbst durchs südlich von Bern gelegene
Gürbetal fahren und links wie rechts blaugrüne Kabisfelder sehen, dann
wissen Sie sofort: Hier ist «Chabisland», das wichtigste Anbaugebiet
für Kabis in der Schweiz. Verarbeitet wird dieser in der bereits 1917
gegründeten Sauerkrautfabrik in Mühlethurnen. Die Fabrik ist als
Genossenschaft von 40 Bauern organisiert und verarbeitet jedes Jahr
zirka 1200 Tonnen Kabis, was rund 600 Tonnen Sauerkraut entspricht.
Vom Feld in die Fabrik
Als Genossenschafter ihrer Fabrik sind die Kabisbauern für alle
Schritte der Produktion mitverantwortlich. Umso grösser ist ihr Einsatz
für ein Endprodukt von ausgesprochen hoher Qualität: Sie bestellen die
Äcker, fahren im Spätsommer und Herbst die Ernte ein und sind beim
anschliessenden Rüsten, Einschneiden und Salzen der Kabisköpfe in der
Fabrik dabei. Denn auch wenn ausgetüftelte Maschinen diese Arbeiten
heute erleichtern, ohne erfahrene Augen geht es nicht. So wird etwa das
Aussortieren von schlechtem Kabis immer von Genossenschaftern selbst
übernommen.
Vom Kabis zum Sauerkraut
Ist der Kabis feingeschnitten und regelmässig gesalzen, kommt er zur
Gärung in den Keller. Das dauert vier bis sechs Wochen und bringt
feinstes Sauerkraut hervor. Dieses wird noch einmal handverlesen,
pasteurisiert und abgepackt. So bleibt es länger haltbar. Kaufen können
Sie das Sauerkraut aus Thurnen, zum Beispiel für Ihre nächste Berner
Platte, natürlich beim Metzgermeister. Je nach Geschmack roh, gekocht,
gewürzt oder bereits fixfertig. Fragen Sie danach.


