Wenn die Obstbäume im September schwer sind und die Obsternte beginnt,
fliesst er wieder: der Most. Der schweizerische Mostkonsum liegt bei
fast 12 Litern pro Kopf und Jahr. Dafür sind rund 100 000 Tonnen
Äpfel und Birnen nötig. Dank Pasteurisierung, steriler Abfüllung und
Konzentraten steht aber auch dem ganzjährigen Mostgenuss nichts im Wege
– und das ohne Verlust von wertvollen Inhaltsstoffen.
Klar oder gespritzt?
Most ist nicht gleich Most. Der klare Apfelsaft (Süssmost) wird nach
dem Pressen gefiltert. Naturtrüber Most ist ungefiltert und enthält
dadurch fünfmal so viele gesundheitsfördernde Stoffe. Beim sauren Most
hat die Gärung bereits eingesetzt, wodurch ein Teil der Inhaltsstoffe
verloren geht. Dafür ist er leicht alkoholhaltig. In der Deutschschweiz
hat saurer Most einen schweren Stand. Am beliebtesten ist er im
Thurgau, wo er mit Süssmost gemischt als «Ghürotne» bekannt ist.
Begeisterte Anhänger findet er als Cidre in Frankreich, vor allem in
der Bretagne und in der Normandie.
Schorle (gespritzter Süssmost), in der Schweiz erst seit wenigen Jahren
bekannt, besteht aus Apfelsaft und Mineralwasser und ist ein
hervorragender Durstlöscher.
Saft gibt Kraft
Apfelsaft enthält viel Fruchtzucker und lässt darum den
Blutzuckerspiegel kaum ansteigen. Pektin, ein Bestandteil der Zellwände
von Früchten, bindet Giftstoffe im Darm und regt die Darmtätigkeit an.
Sturm im Wasserglas
Herbst ist auch die Zeit der Weinlese. Frisch gepresster Traubenmost
beginnt schnell zu gären. Wenn kaum noch Hefezellen vorhanden sind,
klingt die Gärung ab. Sauser ist entstanden, ein vitaminreiches, leicht
alkoholisches Getränk, das in Deutschland als «Federweisser» und in
Österreich als «Sturm» bekannt ist.
Die Süsse des Sausers kann dazu verleiten, zuviel davon zu trinken.
Wegen des Alkohols und der nicht abgeschlossenen Gärung sind
unangenehme Folgen möglich. Begleitet der Sauser schwere Speisen,
können diese «Risiken» vermindert werden. Eine Wurst-, Speck und
Aufschnittplatte passt daher hervorragend zu diesem Getränk.


