Was wären Wildgerichte ohne ihre typischen Begleiter? Nicht halb so
delikat, würden wohl die meisten Liebhaber von Pfeffer, Rehbraten oder
Hirschmedaillons sagen. Tatsächlich bieten immer mehr Gaststätten reine
Wild-Beilagenteller an. Auch wenn zunehmend neuartige Kreationen wie
Kastanienrösti oder Apfelragout auf die Teller kommen, die Klassiker
sind nach wie vor am beliebtesten.
Spätzli – oder Chnöpfli?
Mit dabei sind in fast jedem Fall Spätzli oder ihre rundlichen
Verwandten, die Chnöpfli. Wem die Herstellung dieser Mehlspeisen zu
aufwändig ist, findet sie frisch mit Eiern zubereitet in der Metzgerei.
Farblich gut macht sich dazu Rotkraut, das – oft mit Äpfeln,
Gewürznelken und Lorbeer oder getrockneten Feigen verfeinert – auch in
der Metzgerei erhältlich ist. Rosenkohl, das andere «Wildgemüse», setzt
nicht nur mit seiner Form, sondern auch geschmacklich Kontraste. Es
empfiehlt sich, Rosenkohl frisch und nach Gusto mit Speckwürfelchen
zuzubereiten.
Herbes und Süsses
Sehr beliebt als Wildbegleiter sind gekochte Birnen oder Äpfel, gefüllt
mit Preiselbeersauce. Die Preiselbeere wird wegen ihres herbsauren
Geschmacks kaum roh gegessen, sondern meist in Form von Kompotten oder
eben Saucen. Vor Vitamin C nur so strotzend und reich an Mineralstoffen
sind diese Beeren gerade zur kalten Jahreszeit eine sehr gesunde Zutat
in der Küche. Um den bunten Reigen rund um Pfeffer und Ragouts komplett
zu machen, müssen auch die caramelisierten Kastanien Erwähnung finden.
Diese eher süsse Spezialität haben zur Herbstzeit die meisten
Metzgereien im Angebot. Wem mit dem obligaten Herbstdessert
«Vermicelles» damit zuviel Marroni auf den Tisch kommen, kann das
Wildmenu auch fruchtig abschliessen.


