Täglich grüsst das Murmeltier

23.11.2022

Nun haben sie es also wieder in den «Kassensturz» geschafft, die «bösen» – ja gar «lebensbedrohlichen» – mit Nitritsalz versetzten Fleischerzeugnisse.

Wir neigen dazu, uns zu fragen, ob wieder drei Jahre vorbei sind, dass dieses Thema von der Konsumentensendung erneut aufgegriffen wird. Verbandsdirektor Ruedi Hadorn hat sich den hartnäckigen, beinah bissigen Fragen der Moderatorin gestellt. Ein schier unmögliches Unterfangen, welchem sich der Direktor gegenübersah. Die Meinung der Moderatorin war gemacht, die Botschaft von derselben schien von Anfang an klar festgelegt zu sein: Fleischerzeugnisse sind per se schädlich für die Gesundheit und führen zwangsläufig zum Tod. Alle! Ein bisschen mehr Fair-ness in der Gesprächsführung wäre wünschenswert, auch wenn das Setting eines «Kassensturz»-Interviews auf aggressive Konfrontation ausgerichtet ist.

Und trotzdem, Fleischerzeugnisse mit Nitritpökelsalz werden auch fortan zu Diskussionen anregen. Mindestens so lange, bis keine Studien mehr be­legen, dass ein Bruchteil aller Menschen davon Schaden nehmen könnte. Und daher müsste für die Forscher und die Unternehmer gelten, was in anderen Situationen auch gilt: der Blick nach möglichen Auswegen. Es gilt, Fragen zu stellen. Gäbe es Alternativen? Kauft der Kunde die Fleischerzeugnisse wirklich nur der Gewohnheit wegen? Man denke an die Zeit des weissen Kalbfleisches zurück. Im Kopf der Kunden herrschte das Verständnis, nur weisses Kalbfleisch sei zart und seinen Preis wert. Inzwischen hat sich auch rotes Kalbfleisch etabliert. Nicht zuletzt, weil durch angemessene Kommunikation vermittelt wurde, dass dieses Kalbfleisch genauso die Erwartungen erfüllt.

Eine Rolle fällt auch den Konsumenten zu. Der «Kassensturz»-Beitrag hat gezeigt, dass das gekauft wird, was den farblichen Vorstellungen entspricht. Und das führt zur Huhn-Ei-Frage. Braucht es zuerst die Nachfrage nach Produkten ohne «schädliches» Nitritsalz, oder wird die Kaufbereitschaft geweckt, wenn das entsprechende Alternativangebot eingeführt wird?

Auch wenn in der Konsumentensendung «Kassensturz» in der nächsten Woche sprichwörtlich bereits eine andere Sau die Gasse hinabgejagt wird, so bleibt die Erkenntnis, dass die Weiterentwicklung nie für die Katz sein wird.

Bruno Eisenhut
Redaktor

 
 
 
 
 

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